Auf zu neuen Ufern

CSV Schifflingen blickt zurück und nach vorn. Aus der Generalversammlung der Sektion.

Nach einer Wahlschlappe sei es nicht leicht den Zug auf der richtigen Bahn ins Rollen zu bringen. Doch die demokratischen Spielregeln verlangen von der Opposition, dass auch sie mit Engagement und Verantwortung im Interesse der Gemeinden und zum Wohl der Bürger arbeite. Nachdem man während Jahren im Schöffenrat zusammen mit dem Koalitionspartner gute Arbeit geleistet habe, werde man nunmehr aus der Opposition heraus agieren müssen, so die Verantwortlichen der CSV Sektion Schifflingen anlässlich der ordentlichen Generalversammlung im Beisein mehrerer Mitglieder und Ehrengäste, u.a. des Ministers Jean-Louis Schiltz, der Abgeordneten Sylvie Andrich und Norbert Haupert sowie des Europadeputierten Jean Spautz.

Hinter den Erwartungen

Im Mittelpunkt der Generalversammlung stand ein Blick auf die zurückliegenden Gemeindewahlen, verbunden mit der Festlegung neuer Perspektiven. Sektionspräsident Marc Spautz gab unumwunden zu, dass die CSV das gesteckte Wahlziel keinesfalls erreicht habe. Die Verluste seien doch sehr erheblich und das Resultat weit hinter den Erwartungen, obwohl man nichts unversucht gelassen habe, um einen guten und freundschaftlichen Wahlkampf zu führen.

Man habe sich mit der neuen Rolle der Opposition abgefunden, sagte Sektionspräsident Marc Spautz. Man werde hart und fair die Arbeiten der sozialistischen Majorität analysieren und kommentieren. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den absehbaren jedoch nicht berechtigten Taxenerhöhungen, die laut Budgetvorlage von der LSAP-Majorität geplant seien. Er forderte den Bürgermeister auf zuerst im Kläranlagesyndikat die notwendigen Hausaufgaben zu machen, damit die Kostenverlagerung auf die Gemeinde gerecht und nach dem Prinzip der Einwohnergleichwerte geschehe. Erst dann könne man über eine Taxenerhöhung reden und entscheiden. Seit Jahren investiere Schifflingen ins Kanal- und Trinkwassernetz. Es seien dies Investitionen mit nachhaltigem Charakter und dem Ziel die Kosten zu senken.

Wahlkampf im Mittelpunkt

Auch die Gemeinderäte Norbert Carl und Paul Weimerskirch beurteilten die Vorhaben der LSAP als inkohärent mit falschen Prioritäten. Die Aussagen der Schöffenratserklärung seien zudem sehr vage. Es würden viele Details fehlen, hieß es. Bedauert wurden die fehlenden Konzepte betreffend die Verbesserung der Verkehrssicherheit, besonders im Bereich der Ortseinfahrten, des Ortschaftszentrums und der öffentlichen Schulen.

Das letzte Jahr war in punkto technisch-administrativer Arbeit gekennzeichnet durch die Wahlen. Im Mittelpunkt standen dabei, u.a. die Aufstellung der Kandidatenliste, die Ausarbeitung des Wahlprogramms, die Wahlwerbeprospekte, die Verteilung von Werbematerialien, die Organisation der Plakatwerbung, die Wahlversammlung und andere wahltaktische Initiativen. Ein weiterer Schwerpunkt galt dem Referendum und der Ja-Kampagne zur Europäischen Verfassung. Wie Sekretärin Nicole Wester hervorhob, trafen sich der Vorstand und die Delegierten in 20 Sitzungen zur Vorbereitung der Gemeinderatssitzungen und der Wahlen. Kassierer Jeannot Goebel legte einen eindeutigen Finanzbericht vor. Er berichtete von einer Summe in Höhe von rund 18.000 Euro, die im Wahlkampf eingesetzt worden sei.

Fairness muss garantiert bleiben

Dem Vorstand wurde einstimmige Entlastung erteilt. Weitere Punkte, die zur Beratung standen betrafen die weitere Vorgehensweise der CSV im Gemeinderat. Man strebe Erneuerung nach innen und nach außen an, hieß es mehrfach. Der politische Schwerpunkte betreffen eine rationelle und kontrollierte Finanzpolitik, eine dynamische Politik zum Erhalt einer lokalen Handwerker- und Geschäftswelt, die Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität sowie ein aktives Vereinsleben, wobei nicht die kommunal organisierte Jugendarbeit im Mittelpunkt stehe solle, sondern das aus den Vereinen ehrenamtlich engagierte Kultur- und Sportleben. Man werde die Arbeiten des Schöffenrates konstruktiv kritisch begleiten, und dafür sorgen, dass die absolute Majorität der LSAP der Opposition mit Fairness und Ehrlichkeit entgegenkomme.

Auch nach innen hin, wolle man zu neueren Ufern gelangen. Die rund 240 Mitgliederstarke Sektion wolle noch aktiver, sowohl nach innen als nach außen hin arbeiten. Ein erneuerter Vorstand, eine Neubelebung der Frauen- und Jugendsektion sowie eine intensivere Betreuung der Mitglieder sollen die Grundlage bilden. Die vor den Wahlen initiierte Webseite www.schifflange.csv.lu unter der Leitung von Michel Weimerskirch solle als Informations- und Kommunikationsmittel ebenfalls ausgebaut werden.

In Grußbotschaften fanden Bezirkspräsident Norbert Haupert und die Abgeordnete Sylvie Andrich anerkennende Wort für die Arbeiten der Sektion, verbunden mit dem Wunsch, dass man durch Kollegialität, engagiertes Arbeiten und Fairness zu neuen und besseren Resultaten kommen werde. Mit einer Konferenz von Entwicklungshilfeminister Jean-Louis Schiltz unter dem Motto „Entwicklungshilfe, eine Notwendigkeit unserer Zeit“ wurde die Generalversammlung offiziell abgeschlossen. Minister Schiltz beleuchtete die Prioritäten und Philosophien der Luxemburger Entwicklungshilfe. (PaW)