Gemeinderat Schifflingen: Grünes Licht für den Citybus

Roby Schadeck demissioniert

Neben den Südgemeinden Düdelingen, Esch/Alzette und Differdingen bekommt
jetzt auch Schifflingen einen Citybus. Der Gemeinderat schaltete in
seiner Sitzung vom Donnerstag mehrheitlich die Ampeln auf grün für das
Projekt. In der Sitzung gab Roby Schadeck (CSV) seine Demission bekannt.
Er gehörte dem Gemeinderat seit dem 15. Juli 1988 an. Für Roby Schadeck
wird Carlo Lecuit in den Gemeinderat nachrücken.

Nachdem der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 29. September 2004
prinzipiell die Einführung eines Citybusses beschlossen hatte, werden
jetzt Nägel mit Köpfen gemacht. Der Bus wird am 15. Juni für eine
Versuchsphase, die bis zum 31. Oktober dauern wird, zum ersten Mal durch
die Ortschaft fahren. Nach dieser Testphase soll das Projekt bewertet
werden.

Kostenlos in der Testphase

Während der Versuchsperiode kann der Bus kostenlos benutzt werden.
Danach müssen die Fahrgäste für die Dienstleistung bezahlen. Allerdings
soll der Fahrpreis einen eher symbolischen Charakter haben, wie
Bürgermeister Roland Schreiner erklärte.

Für das Projekt wird ein Bus mit 14 Plätzen gemietet. Er wird von
montags bis samstags auf zwei Linien fahren, wobei die Linie 1 den
Norden und Westen der Ortschaft bedienen wird und die Linie 2 den Süden
und den Osten. Die Kosten werden auf 162 000 Euro im Jahr geschätzt.

Bürgermeister Roland Schreiner begründete die Einführung des Citybusses
mit dem hohen Verkehrsaufkommen in der Ortschaft und der Tatsache, dass
zwei Drittel der Verkehrsbewegungen innerhalb der Gemeinde stattfinden.
Zudem sei in den kommenden sechs bis zehn Jahren mit einem Anstieg der
Einwohnerzahlen von heute 8 400 auf über 10 000 zu rechnen.

Christian Jungers (DP) sprach sich gegen den Citybus aus. Zwar seien die
Liberalen nicht gegen das Prinzip, aber gegen die Art und Weise, wie das
Projekt umgesetzt werde. Auch verlangte er, dass das Angebot nach der
Testphase kostenlos bleiben soll.

Paul Weimerskirch (CSV) betonte seinerseits, dass es um die
Lebensqualität in der Ortschaft gehe. Er zeigte sich überzeugt, dass die
Leute auch bereit seien, verstärkt auf das Angebot zurückzugreifen.
Zustimmung kam auch von Raymond Hopp (LSAP) und Camille Schütz (Grüne).
Die Einführung des Citybusses wurde schließlich bei der Gegenstimme der
DP gutgeheißen.

Dicke Luft

Auch die Belastung des Gemüses in Teilen der Ortschaft mit Blei und
Dioxin kam am Donnerstag wieder im Gemeinderat zur Sprache. Einstimmig
wurde eine Entschließung verabschiedet, in der die Regierung
aufgefordert wird, Schritte bei der Arcelor zu unternehmen, damit der
Konzern sich seiner Verantwortung stellt und nach Lösungen sucht.
Bedauert wurde auch, dass die Einwohner immer spät vom Umweltministerium
über die Belastung vor allem des Blattgemüses informiert würden. Deshalb
fordert der Gemeinderat, dass die Gemeinden und die Bevölkerung laufend
informiert werden müssen. Verlangt wird daneben, dass die Auswirkungen
auf die menschliche Gesundheit und die Nahrungsmittelkette untersucht
werden sollen. Laut Aussagen von Paul Weimerskirch (CSV) ist es durchaus
möglich, die Probleme in den Griff zu bekommen, was u. a. durch
Erfahrungen im Ausland bewiesen werde.

Der Gemeinderat stimmte in der Sitzung auch einen Kostenvoranschlag von
29 000 Euro für die Instandsetzung des Feldwegs "Auf dem Briet" und
einen weiteren von 21 000 Euro für die Erneuerung der Fassade des Hauses
Nr. 22 in der Belairstraße.

In der Sitzung wurde auch ein Leitplan im Ort genannt "Auf Herbett"
gutgeheißen. Auf diesem Gelände, das sich quer gegenüber der Cegedel in
Richtung Foetz befindet, soll eine Handels-, Handwerker- und
Freizeitzone entstehen. Paul Weimerskirch (CSV) äußerte Bedenken
darüber, weil er ein erhöhtes Verkehrsaufkommen in diesem Bereich
befürchtete, das nur schwer in den Griff zu bekommen sei. (rsd)